Polystyrol (PS)

Polystyrol ist ein amorpher Thermoplast – als Standard-PS (GPPS) glasklar, hart und spröde, als schlagzähes PS (HIPS) mit Polybutadien-Kautschuk opak bis durchscheinend, geschäumt als EPS oder XPS.

Steckbrief PS

Richtwerte aus Herstellerdatenblättern und Fachliteratur. Sie weichen je nach Typ, Additivierung und Hersteller ab – maßgeblich ist das Datenblatt des einzelnen Materials. Die Kennnummer nach Entscheidung 97/129/EG ist ein freiwilliges Kennzeichnungssystem für Verpackungsmaterialien.

MerkmalWert
Wiederholeinheit–[CH₂–CH(C₆H₅)]–
Kennnummer (Entscheidung 97/129/EG)6 PS
DichteStandard-PS (GPPS) ca. 1,05 g/cm³
Glasübergangstemperaturum 100 °C
Strukturataktisch, amorph
Typische VerarbeitungExtrusion (Folien und Platten zum Thermoformen), Spritzgießen, Schäumen (EPS, XPS)
EigenschaftenGPPS glasklar, hart, spröde; HIPS schlagzäh durch Polybutadien-Kautschuk, opak bis durchscheinend

Typische Anwendungen von PS

  • Lebensmittelverpackungen

    Becher für Molkereiprodukte und Trinkbecher.

  • Dämmstoffe

    Wärmedämmung aus EPS und XPS; EPS besteht zu 98 % aus Luft.

  • EPS-Verpackungen

    Verpackungen aus geschäumtem EPS.

  • Geräte und Elektronik

    Teile von Haushaltsgeräten und Elektronik.

  • Laborbedarf

    Petrischalen und Teströhrchen.

  • Helme

    EPS als stoßdämpfende Schicht in Helmen.

Recycling von PS

  • HBCDD in Dämmstoffen: Das Flammschutzmittel HBCDD ist ein persistenter organischer Schadstoff (POP-Verordnung (EU) 2019/1021). Seit dem 17. Oktober 2024 gilt in Stoffen, Gemischen und Erzeugnissen ein Grenzwert von 75 mg/kg als unbeabsichtigte Spurenverunreinigung; für rezykliertes PS in EPS- und XPS-Dämmstoffen für Gebäude gelten weiter 100 mg/kg. Für Abfälle liegt der Grenzwert nach Anhang IV bei 500 mg/kg.
  • Depolymerisation: Polystyrol lässt sich chemisch zum Monomer Styrol zurückführen. In Antwerpen hat Indaver im September 2025 eine Anlage dafür eingeweiht; das zurückgewonnene Styrol geht an INEOS Styrolution.
  • Rezyklatanteil in Verpackungen: Die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 (PPWR) gilt seit dem 12. August 2026. Ihr Art. 7 verlangt Mindestanteile an Post-Consumer-Rezyklat im Kunststoffanteil von Verpackungen, berechnet je Fertigungsbetrieb und Jahr: ab dem 1. Januar 2030 (oder drei Jahre nach dem Durchführungsrechtsakt zur Berechnung, je nachdem, was später liegt) 10 % bei kontaktempfindlichen Verpackungen aus anderen Kunststoffen als PET und 35 % bei sonstigen Kunststoffverpackungen, ab 2040 25 % bzw. 65 %.

PS-Rezyklate mit plastship

plastship ist Distributeur für Kunststoffrezyklate. Ausgangspunkt jeder Beschaffung ist nicht das Material, sondern Ihre Anwendung.

  • Rezyklatversorgung

    Wir klären Verarbeitung, Produktspezifikation, zulässige Schwankungen und regulatorische Anforderungen und definieren darauf geeignete Rezyklatqualitäten, Stoffströme und Lieferkonzepte.

  • Labordienstleistungen

    Physikalische, mechanische und optische Prüfungen, Geruch und Polymerzusammensetzung – u. a. Schmelzindex (MFR), Dichte, Feuchte- und Aschegehalt, Zugversuch, Charpy-Schlagzähigkeit und die Identifikation von Fremdpolymeren.

  • Materialqualität

    Eine strukturierte Bewertung macht die Qualität von Rezyklaten transparent – als Entscheidungsgrundlage für Anwendung, Beschaffung und regulatorische Anforderungen.

  • plastship Monitored Materials

    Qualitätsbewertung auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten aus Mechanik, Optik, Geruch und polymerer Reinheit – mit Material-Benchmark und Qualitätsurkunde.

  • Digitale Materialsuche

    Rezyklate nach anwendungsrelevanten Kriterien suchen und vergleichen, mit Zugriff auf qualitätsrelevante Materialdaten.

PS-Rezyklat für Ihre Anwendung gesucht?

Anfrage zu PS-Rezyklaten

Wählen Sie Ihr Anliegen – wir leiten Ihre Anfrage direkt an die richtige Person weiter und melden uns in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.

Worum geht es?
Menge pro Monat(optional)
Ihre Kontaktdaten
0 / 4000

Weitere Polymere