Unsere Füllstoffe gibt es in verschiedenen Kornformen, Partikelgrößen und mit spezifischen Oberflächenbehandlungen. Das ermöglicht es uns, mechanische, thermische und optische Eigenschaften gezielt zu beeinflussen.
Ein besonders spannendes Thema ist derzeit unser neuer Geruchsabsorber, der störende Gerüche aus Rezyklaten entfernt. Erste Tests zeigen sehr vielversprechende Ergebnisse, was ein wichtiger Schritt für die Akzeptanz von Rezyklaten in anspruchsvollen Anwendungen ist – beispielsweise im Automobilinnenraum.
- Welche Herausforderungen gibt es bei der Integration Ihrer Füllstoffe in Rezyklate?
Eine Herausforderung ist die Kombination mit anderen Additiven. Manche Stabilisatoren können die Wirkung unseres Geruchsabsorbers beeinträchtigen. Durch Anpassungen der Verfahrensparameter haben wir aber bereits Lösungen gefunden, die den kombinierten Einsatz ermöglichen.
- Gibt es bereits konkrete Erfolgsgeschichten?
Unsere Produkte sind bereits in vielen Anwendungen im Einsatz, insbesondere dort, wo mechanische Eigenschaften optimiert werden müssen. Unser Geruchsabsorber ist noch relativ neu, aber das Feedback von ersten Kunden ist durchweg positiv. Hier arbeiten wir eng mit Partnern wie plastship zusammen, um weitere Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen.
Kreislaufwirtschaft: Potenziale und Hürden
- Wo sehen Sie die größten Hürden für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft?
Einerseits sind die Erwartungen an Rezyklate hoch – Kunden wünschen sich oft Eigenschaften, die mit Neuware vergleichbar sind. Andererseits gibt es nicht immer genügend hochwertiges Rezyklat, und beim Recyclingprozess entsteht zwangsläufig Ausschuss.
Dazu kommt die Frage der gesetzlichen Vorgaben, wie die PPWR-Verpackungsverordnung, die Anfang des Jahres verabschiedet wurde. Die Ziele sind ambitioniert, was grundsätzlich gut ist, denn hohe Anforderungen treiben Innovationen voran. Aber ob die Umsetzung in der vorgegebenen Zeit realistisch ist, wird sich zeigen.
Persönlicher Werdegang: Vom Chemieingenieur zur Kreislaufwirtschaft
- Was hat Sie dazu bewegt, sich auf die Entwicklung von Füllstoffen zu spezialisieren?
Ich habe Chemieingenieurwesen an der FH Aachen studiert und bin in der Nähe unseres Hauptsitzes in Frechen aufgewachsen. Anfangs kannte ich die Quarzwerke nur als Sandlieferanten, bis ich in einer Stellenausschreibung sah, dass sie auch im Kunststoffbereich tätig sind.
Die Möglichkeit, innovative Produkte zu entwickeln, hat mich sofort fasziniert. Seit 2007 bin ich nun dabei – 18 Jahre später macht es immer noch genauso viel Spaß!
- Welchen Rat würden Sie jungen Fachleuten geben, die in den Bereichen Nachhaltigkeit und Recycling arbeiten möchten?
Geduld und Durchhaltevermögen sind essenziell – nicht alles funktioniert auf Anhieb. Aber wenn man dranbleibt, lassen sich oft Lösungen finden. Und mit ein bisschen kölscher Gelassenheit geht’s dann meistens doch: ´Et hätt noch immer jot jejange.´
Ausblick: Die nächsten Schritte von HPF und plastship
- Welche gemeinsamen Projekte sind für die Zukunft geplant?
Wir setzen unsere Tests zur Geruchsreduktion in Rezyklaten fort und möchten die Ergebnisse bald veröffentlichen. Außerdem wollen wir unser Wissen noch stärker in die Industrie tragen und Unternehmen ermutigen, sich intensiver mit der Kreislaufwirtschaft auseinanderzusetzen. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit bei plastship oder direkt bei uns melden!
Fazit: Gemeinsam für eine nachhaltige Kunststoffindustrie
Die Zusammenarbeit zwischen HPF und plastship zeigt, wie durch den gezielten Einsatz von Hochleistungsfüllstoffen Rezyklate aufgewertet und nachhaltige Lösungen vorangetrieben werden können. Mit innovativen Technologien und starkem Engagement leisten beide Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Kunststoffindustrie.