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May 4, 2026

Kreislaufwirtschaft ganzheitlich denken: Warum Rezyklateinsatz eine strategische Entscheidung ist – und kein Einkaufsprojekt

Rezyklateinsatz steht heute bei vielen Unternehmen auf der Agenda – getrieben durch Regulierung, Nachhaltigkeitsziele, Kundenerwartungen und volatile Rohstoffmärkte. Kaum ein Strategiepapier in der Kunststoffindustrie kommt noch ohne das Thema Kreislaufwirtschaft aus.

Und trotzdem scheitern viele Projekte. Nicht im Labor. Nicht im Technikum. Sondern in der Realität.

Warum?
Weil Rezyklateinsatz häufig wie ein Materialprojekt behandelt wird – obwohl er in Wirklichkeit ein Rohstoff-, Versorgungs- und Strategiethema ist.

Genau darüber haben wir mit Dominik Händler (Spezialist Circular Economy) und Andreas Bastian von plastship gesprochen.

Rezyklateinsatz steht heute bei vielen Unternehmen auf der Agenda – getrieben durch Regulierung, Nachhaltigkeitsziele, Kundenerwartungen und volatile Rohstoffmärkte. Kaum ein Strategiepapier in der Kunststoffindustrie kommt noch ohne das Thema Kreislaufwirtschaft aus.

Und trotzdem scheitern viele Projekte. Nicht im Labor. Nicht im Technikum. Sondern in der Realität.

Warum?
Weil Rezyklateinsatz häufig wie ein Materialprojekt behandelt wird – obwohl er in Wirklichkeit ein Rohstoff-, Versorgungs- und Strategiethema ist.

Genau über diese Diskrepanz haben Dominik Händler (Spezialist Circular Economy) und Andreas Bastian von plastship im Rahmen eines gemeinsamen Fachdialogs gesprochen – mit dem Ziel, die Grundlage für ein praxisorientiertes Whitepaper zu erarbeiten.

Im Fokus stand dabei nicht die einzelne Materiallösung, sondern die übergeordnete Perspektive:

Was bedeutet Rezyklateinsatz eigentlich für Unternehmen – strategisch gedacht?

Assessment Tool: Strategiemix in der Kunststoffindustrie

Aus den zentralen Erkenntnissen dieses Gesprächs ist auch ein begleitendes Whitepaper entstanden:
Es übersetzt die diskutierten Herausforderungen in eine konkrete Entscheidungslogik und zeigt, wie Unternehmen systematisch bewerten können,
▪️wo sich Rezyklateinsatz wirtschaftlich lohnt
▪️wo Risiken entstehenund welche Teile des Portfolios ▪️strategisch priorisiert werden sollten

Das folgende Gespräch macht deutlich:
Der Engpass ist selten das Material – der Engpass ist das System dahinter.

Rezyklateinsatz steht heute bei vielen Unternehmen auf der Agenda – getrieben durch Regulierung, Nachhaltigkeitsziele, Kundenerwartungen und volatile Rohstoffmärkte. Kaum ein Strategiepapier in der Kunststoffindustrie kommt noch ohne das Thema Kreislaufwirtschaft aus.

Und trotzdem scheitern viele Projekte. Nicht im Labor. Nicht im Technikum. Sondern in der Realität.

Warum?
Weil Rezyklateinsatz häufig wie ein Materialprojekt behandelt wird – obwohl er in Wirklichkeit ein Rohstoff-, Versorgungs- und Strategiethema ist.

Genau darüber haben wir mit Dominik Händler (Spezialist Circular Economy) und Andreas Bastian von plastship gesprochen.

Der größte Denkfehler beim Rezyklateinsatz

Ein Muster zieht sich durch nahezu alle Projekte, die scheitern:

Rezyklate werden beschafft wie Neuware.

Dominik Händler beschreibt die typische Vorgehensweise sehr klar:

Die meisten Firmen gehen raus und sagen: Das ist meine Spezifikation – jetzt bitte mit 10, 20 oder 30 Prozent Rezyklatanteil, Datenblatt und Muster. Genau so, wie sie es aus dem Prime-Geschäft gewohnt sind.“

„Gerade bei großen Volumina wird das schnell kritisch. Dann kommt der Einkauf und sagt: Wir brauchen 3.000 Tonnen. Und die erste Frage müsste eigentlich sein: Wo kommt der Inputstrom dafür her?

Hier liegt das strukturelle Problem:

Rezyklate sind kein standardisierter Rohstoff – sondern das Ergebnis eines funktionierenden Stoffstroms.

Andreas Bastian bringt es auf den Punkt:

Der Rezyklateinsatz fängt nicht da an, dass ich den Markt screene und Material einkaufe wie Neuware. Eigentlich müsste ich mir überlegen: Wo sichere ich mir meine Abfallströme?

Wir brauchen stabilen Zugriff auf definierte, homogene Stoffströme – nicht nur ein Datenblatt.

Was oft falsch gedacht wird
Rezyklat = Material, das man einkauft wie Neuware

Was wirklich funktioniert
Rezyklat = Ergebnis eines Stoffstroms, den man verstehen, qualifizieren und sichern muss

Key Takeaway: „Der Rezyklateinsatz fängt nicht beim Einkauf an – sondern beim Abfallstrom.“

 

Rezyklateinsatz beginnt beim Produktdesign

Ein weiterer zentraler Punkt aus dem Gespräch: Kreislaufwirtschaft beginnt deutlich früher, als viele Unternehmen denken.

Wenn ich Rezyklat einsetzen will, muss ich mich zwangsläufig mit Abfall beschäftigen. Das heißt nicht, dass ich selbst Recycler werde – aber ich muss verstehen, wo mein Material herkommt und wie es wieder zurückgeführt werden kann.

Die Königsdisziplin ist natürlich Closed Loop – also eigene Produkte wieder zu eigenen Produkten zu machen. Aber selbst wenn das nicht geht, sollte ich mir anschauen: Welche Stoffströme gibt es in meiner Branche, die ich nutzen kann?

Damit verschiebt sich die Perspektive grundlegend:

  • Nicht mehr: Wo bekomme ich Rezyklat her?
  • Sondern: Wo entsteht mein zukünftiger Rohstoff?

Technische Realität: Wo Kreislaufwirtschaft an Grenzen stößt

So klar die strategische Richtung ist – die technische Realität setzt Grenzen.

Gerade bei technischen Kunststoffen haben wir kein funktionierendes System für Post-Consumer-Stoffströme in großem Maßstab.

Wenn du dir anschaust: verschiedene Autos, verschiedene Materialien, alles wird geschreddert – und hinten soll ein spezifiziertes Material rauskommen. Das ist praktisch nicht machbar.

Auch im Verpackungsbereich zeigt sich die Herausforderung:

Manchmal reicht schon eine falsche Farbe – und du bist raus. Das zeigt, wie sensibel diese Systeme sind.

Was oft falsch gedacht wird
Rezyklat kann überall eingesetzt werden

Was wirklich funktioniert
Rezyklateinsatz funktioniert dort:

  • wo Stoffströme verfügbar sind
  • wo Anforderungen angepasst werden können
  • wo Skalierung möglich ist

Key Takeaway: „Kreislaufwirtschaft muss technisch und wirtschaftlich Sinn machen – nicht nur theoretisch.“

Vom Nachhaltigkeitsthema zum Business Case

Ein entscheidender Wandel findet aktuell auf strategischer Ebene statt:

Früher war die Denke: Rezyklat ist ein Kostenfaktor. Heute geht es darum, Kreislaufwirtschaft als strategisches Tool zu verstehen – um Return on Investment zu erzielen.

Wenn ich Zugriff auf stabile Stoffströme habe, mache ich mich unabhängiger von volatilen Lieferketten und bekomme meine Kosten besser in den Griff.

Am Ende geht es um vier Dinge: Kosten, Umsatz, regulatorische Sicherheit und Resilienz der Wertschöpfungskette.

Good to Know – ROI von Rezyklateinsatz
Rezyklateinsatz wirkt gleichzeitig auf:

  • Kostenstruktur
  • Umsatzpotenziale
  • Versorgungssicherheit
  • Compliance
  • Know-how

Key Takeaway: „Recycling ist nicht nur Nachhaltigkeit – sondern Rohstoffstrategie.“

 

Wie Unternehmen strategisch starten sollten

Die größte Herausforderung liegt nicht in der Umsetzung einzelner Projekte – sondern in der Priorisierung.

Der erste Schritt ist immer eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wo stehe ich heute überhaupt? Und dann identifiziere ich gezielt Potenziale.

Ganz wichtig: Es kann auch eine strategisch richtige Entscheidung sein, Projekte bewusst nicht zu machen – wenn es keinen stabilen Inputstrom gibt.

Ich muss dahin gehen, wo ich wirklich etwas bewegen kann – und nicht versuchen, alles gleichzeitig umzusetzen.

Genau hier setzt auch die Logik des Whitepapers an:
Nicht alles transformieren – sondern gezielt die 30–60 % identifizieren, bei denen sich Rezyklateinsatz wirklich rechnet.

Key Takeaway: „Strategie heißt auch, bewusst Dinge nicht zu tun.“

Fazit des Dialogs

Der Dialog zeigt sehr klar:

Rezyklateinsatz ist kein Materialthema.
Und auch kein reines Nachhaltigkeitsthema.

Es ist ein Thema von:
▪️Rohstoffversorgung
▪️Lieferketten
▪️Stoffströmen
▪️Qualität
▪️strategischen Entscheidungen

Zentrale Aussage des Gesprächs
„Nicht das Material ist der Engpass – sondern das System.“

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